80 % aller Arbeitsplätze schreiben Firmen nicht aus. Die besten Karrieren beginnen nicht mit einem Anschreiben, sondern mit einer Empfehlung. Der verdeckte Stellenmarkt ist auf den ersten Blick nicht sichtbar. Setzt man nur auf veröffentlichte Stellenangebote, bleiben die oft einfachsten Jobchancen ungenutzt.Dieser Artikel beleuchtet die Besonderheiten der Jobchancen im verdeckten Arbeitsmarkt und zeigt Ihnen, wie er für die Karriere genutzt werden kann. Was genau der verdeckte Stellenmarkt ist, wie er strategisch genutzt werden kann mit seinen Vorteilen und Nachteilen erläutern wir praxisnah. Wir erklären die branchenspezifischen Unterschiede und beantworten häufig gestellte Fragen.
Autor: Thomas W. Frick (LinkedIn-Profil / Xing-Profil)
Was ist der verdeckte Stellenmarkt?
Der verdeckte Stellenmarkt betrifft alle offenen Stellen, die nicht öffentlich bekannt bzw. ausgeschrieben sind. Anstatt über öffentliche Stellenanzeigen auf Jobportalen oder in Zeitungen, werden auf diesem Weg Stellen „unter der Hand“ vergeben. Dies erfolgt oft über persönliche Kontakte, Networking, Empfehlungen oder gezielte Ansprache (Head Hunting) von z.B. Personalberater.
Warum nutzen Unternehmen den verdeckten Stellenmarkt?
- Aus Kostengründen, da keine Kosten für Stellenanzeigen anfallen.
- Direktansprachen oder Empfehlungen führen oft zu schnelleren Besetzungen von Positionen.
- Höhere Trefferquote und die Qualität ist durch gezielte Ansprache der Kandidaten oft höher.
- Sensible Positionen erfordern Diskretion und Vertraulichkeit.
- Fokus auf wenige passende Kandidaten, um den Aufwand für Massenbewerbungen zu vermeiden.
Der verdeckte Stellenmarkt funktioniert oft über Netzwerke, persönliche Kontakte, woraus Empfehlungen für potenzielle Kandidaten entstehen. Für Jobsuchende jedoch auch für aktuell nicht wechselwillige Kandidaten, empfiehlt es sich, Networking zu betreiben, um Zugang zu den entsprechenden Kontakten, und somit zum verdeckten Arbeitsmarkt zu erhalten.
Führungspositionen: Experten schätzen, dass bis zu 70% aller Führungspositionen über den verdeckten Stellenmarkt besetzt werden. Ein Großteil der dieser Jobangebote bleibt somit für die breite Öffentlichkeit unsichtbar. Der verdeckte Arbeitsmarkt ist somit größer als sich viele vorstellen können.
Was sind die Unterschiede zwischen dem öffentlichen und verdeckten Arbeitsmarkt?
| Kriterium | Öffentlicher Arbeitsmarkt | Verdeckter Arbeitsmarkt |
|---|---|---|
| Sichtbarkeit | Stellenanzeigen öffentlich zugänglich. | Stellen nicht öffentlich ausgeschrieben. |
| Bewerbungsprozess | Standardisiert, oft über Online-Portale. | Individuell, oft über persönliche Kontakte. |
| Konkurrenz | Oft hohe Anzahl an Bewerbern. | Geringere Konkurrenz, da weniger Bewerber Zugang haben. |
| Positionsebene | Alle Ebenen, häufig Einstiegs- und mittlere Positionen. | Häufig höhere und Führungspositionen. |
| Zugang | Einfach, für jeden offen. | Erfordert ein gutes Kontaktnetzwerk und Networking. |
Was sind die Vor- und Nachteile des verdeckten Stellenmarkts?
Nachfolgend ein Überblick übe, sowohl Chancen als auch Herausforderungen, für Jobsuchende:
Vorteile für Bewerber:
- Wenig Mitbewerber bzw. andere Bewerbungskandidaten.
- Zugang zu hochkarätige Jobs, die nicht öffentlich ausgeschrieben werden.
- Möglichkeit, direkten Eindruck bei Entscheidern zu hinterlassen.
- Genauere Abstimmung zwischen Bewerber und Stellenprofil.
Nachteile und Herausforderungen:
- Mehr Zeit für die Recherche und das Networking notwendig.
- Keine Garantie ob bei einer Wunschfirma aktuell passende Stellen vakant sind.
- Vorhandenes und gut gepflegtes Kontaktnetzwerk.
- Zeitpunkt von Stellenöffnungen sind schwer vorhersehbar.
Tipp: Für Jobsuchende ist es wichtig, eine Balance zwischen dem öffentlichen und verdeckten Arbeitsmarkt zu finden.
Welche Strategien lassen sich auf den verdeckten Stellenmarkt anwenden?
.Nachfolgenden Strategien aus der Praxis und fünf bewährte Vorgehensweisen:
- Netzwerken und Kontakte pflegen
– Bestehendes berufliches Netzwerk stetig ausbauen.
– Regelmäßige Kontaktpflege, nicht nur bei akuter Jobsuche.
– Persönliche Gespräche auf Branchenveranstaltungen oder Alumni-Treffen. - Initiativbewerbungen
– Potenzielle Arbeitgeber recherchieren.
– Individuelles und maßgeschneiderte Anschreiben übersenden.
– Fokus auf den Mehrwert für das Unternehmen legen, anstatt auf die bisherige Berufslaufbahn. - Nutzung sozialer Netzwerke (LinkedIn, XING)
– Persönliche Online-Profil aktuell halten.
– Kompetenzbeweise und Sympathie-Gewinnung durch Community-Engagement.
– Funktionen, speziell zur Filterung und Nachverfolgung der Karriere-Plattformen nutzen. - Personalberatern bzw. Headhuntern integrieren
– Beziehungspflege mit bestehenden und neuen Recruitern in der Branche.
– Kontaktpflege mit Personalberatern inkl. Profilupdates.
– Auch in einer zufriedenen Stelle, lohnt es sich Augen und Ohren aufzuhalten. - Teilnahme an Branchenveranstaltungen und Messen
‚
– Teilnahme an Fachkonferenzen und Messen
– Plattformen zum Networking nutzen, wie z.B. unser B2B-Matching
– Selbstmarketing durch Vorträge, Interviews oder Gastartikel zur Kompetenzuntermauerung.
Investment-Perspektive einnehmen: Alle Strategien benötigen Zeit und Engagement, und können sich auch erst langfristig als nützlich erweisen. Die stetige Umsetzung führt zu Kontakten, die über Jobchancen bzw. Vakanzen informieren können, die auf dem öffentlichen Arbeitsmarkt nicht zugänglich sind.
Wie kann man sich für den verdeckten Arbeitsmarkt sichtbar machen?
Ein starkes Personal Branding in der Online-Welt kann dabei unterstützen, von potenziellen Arbeitgebern und Recruitern gefunden zu werden, bevor diese offiziell eine Stellenanzeige ausschreiben..
Warum ist ein persönliches Online-Profil wichtig?
- Erhöhung der Sichtbarkeit bei Recruitern und Headhuntern.
- Fachkenntnisse, Skills und Erfahrungen präsentieren und sichtbar machen.
- Networking auch außerhalb des persönlichen Einzugsgebietes.
Welche Tipps gibt es für LinkedIn/XING-Profile?
- Professionelles Profilbild nutzen.
- Aussagekräftige Headline formulieren.
- Relevante Keywords in Ihre Beschreibung integrieren.
- Erfahrungen, Projekte, Weiterbildungen und Fähigkeiten stets aktualisieren.
- Aktuelle und ehemalige Kollegen und Vorgesetzte um Empfehlungen bitten.
Wie kann man sich eine persönliche Marke aufbauen?
- Relevante Inhalte auf Online-Plattformen teilen.
- Beteiligung an Branchendiskussionen.
- Fachartikel oder Blog-Beiträge veröffentlichen.
- Auftritt als Sprecher bei Veranstaltungen.
- Transport einer konsistenten Botschaft über alle Plattformen hinweg.
Wie sieht der verdeckte Stellenmarkt in unterschiedlichen Branchen aus?
Folgende Beispiele aus der Praxis zeigen die Unterschiede je Branche:
IT-Branche
- Verdeckte Stellenbesetzungen finden sehr oft statt.
- Online-Netzwerke und Tech-Communities sind gefragt.
- Empfehlungsprogramme für Mitarbeiter führen zu Empfehlungen.
- Engagement in Open-Source-Projekten.
Finanzmarkt
- Viele verdeckte Positionen aufgrund von Diskretion.
- Personalberatern und Executive Search Dienstleister werden oft eingesetzt.
- Networking-Events und Branchenkonferenzen dienen zur Kontaktpflege.
Kreativwirtschaft
- Flexiblere Einstellungsprozesse aufgrund projektbasierter Arbeit.
- Wichtig sind Referenz-Portfolios und persönliche Empfehlungen.
- Soziale Medien und Kreativ-Plattformen sind wichtige Kanäle.
- Aufbau einer starken Online-Präsenz.
- Teilnahme an Wettbewerben.
Tipp: Der verdeckte Stellenmarkt erfordert ein Verständnis der spezifischen Dynamiken in der jeweiligen Branche. Daher ist es wichtig, stetig am Pulse der Zeit in der Branche zu sein, um frühzeitig die Vorgehensweise bzw. die Strategie für den verdeckten Arbeitsmarkt anpassen zu können.
FAQ zum verdeckten Stellenmarkt
Wie groß ist der verdeckte Arbeitsmarkt tatsächlich?
Der versteckte Arbeitsmarkt bildet einen großen Teil des gesamten Stellenangebots. Neue Untersuchungen sowie Expertenmeinungen zeigen, zirka 60 bis 70 Prozent aller unbesetzten Stellen schreibt man nicht öffentlich aus. Bei Posten mit Personalverantwortung steigt dieser Anteil manchmal weiter an.
Studien belegen:
- Bis zu 70 Prozent der Führungspositionen vergibt man im verdeckten Markt.
— - Ungefähr die Hälfte aller Posten im mittleren Management besetzt man intern oder durch Kontakte.
— - Schätzungen zufolge vergeben Firmen selbst bei Berufsanfängerstellen 30 bis 40 Prozent der Arbeitsplätze ohne öffentliche Ausschreibung.
Diese Zahlen zeigen, wie wichtig der verdeckte Stellenmarkt für Menschen auf Jobsuche unabhängig ihrer Karrierestufe ist.
Welche Rolle spielen soziale Netzwerke beim verdeckten Stellenmarkt?
Berufliche Plattformen wie LinkedIn sowie XING sind sehr wichtig, wenn jemand Stellen sucht, die nicht offiziell ausgeschrieben sind. Diese Netzwerke verbinden Arbeitgeber, Personalvermittler und mögliche Bewerber digital miteinander.
So können diese Plattformen am besten genutzt werden:
- Profil so einstellen, dass es Informationen enthält, die für die Stelle wichtig sind.
- Gezieltes Vernetzen mit Menschen aus der Branche.
- Beteiligung an Gesprächen aber auch Gruppen, die sich um das Fachgebiet drehen.
- LinkedIn dezent angeben, eine Arbeit zu suchen (mittels „Open to Work“).
- Abonnieren der Unternehmensseite, um deren Neuigkeiten mitzubekommen.
Wie kann ich den verdeckten Stellenmarkt für mich optimal nutzen?
Um den verdeckten Stellenmarkt gut zu nutzen, braucht es eine durchdachte und aktive Vorgehensweise.
Hier sind die wichtigsten Strategien:
- Ständig Kontakte knüpfen, nicht nur bei akuter Jobsuche.
- Überzeugende Online-Darstellung und persönliche Marke aufbauen.
- Initiativbewerbungen versenden.
- Zusammenarbeit mit Personalvermittlern sowie Headhuntern.
- Regelmäßige Besuche von Branchenveranstaltungen aber auch Messen.
- Fachwissen bleibt frisch, und wird ergänzt wenn es in den passenden Foren geteilt wird.
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